Samstag, 4. Februar 2012

(2) Basiswissen über muskuläre Systeme

An jeder Bewegung unseres Körpers sind Muskeln beteiligt. Muskeln verrichten die mechanische Arbeit, die geleistet werden muss, um Bewegung zu ermöglichen. Physikalisch bedeutet Arbeit 'mechanisch übertragene Energie'. Daher spricht man auch von Energie als 'gespeicherter Arbeit'. Die Arbeit, die ein System in einer bestimmten Zeitspanne verrichtet, heißt 'mechanische Leistung'. Diese physikalische Betrachtung gilt auch für biologische Systeme. Daher ist ein Grundwissen über Arbeit, Energie und Leistung unserer Körperorgane für die Gestaltung eines leistungsorientierten Ausdauertrainings hilfreich. Dieser Artikel befasst sich mit den „Arbeitern“ unseres Körpers, der Muskulatur.

Freitag, 3. Februar 2012

(3) Basiswissen über Stoffwechselprozesse und Energieversorgung muskulärer Systeme

Jegliche Art von Stoffwechsel benötigt Energie, die auf unterschiedliche Art und Weise vorgehalten (gespeichert) und auf unterschiedlichen Wegen bereitgestellt werden kann. Aus Sicht des Ausdauersports lässt sich dieses Themenfeld eingrenzen auf die Speicherung und die Mobilisierung von Energie für die Ausführung von Muskelarbeit der Skelettmuskulatur.

An der Energiezulieferung für die Muskelarbeit sind mehrere Systeme beteiligt, die über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen und sich darum ergänzen. Die gute Nachricht ist, dass die Anforderungen an die Systeme der Energiebereitstellung trainierbar sind und auch trainiert werden müssen, damit der „Mann mit dem Hammer“ auf der zweiten Streckenhälfte nur noch mit dem Hammer winkt, aber nicht mehr erschreckt.

Ein Grundverständnis über Mechanismen der Energieversorgung und die Möglichkeiten ihrer Beeinflussung ist hilfreich, um im Training und im Wettkampf mit geeigneten Maßnahmen erfolgreich zu agieren.

Donnerstag, 2. Februar 2012

(4) Warum ist das Marathontraining speziell?

Die Leistungsfähigkeit von Muskelzellen verändert sich ausschließlich durch eine Anpassung der Zelle an erhöhte Anforderung der Belastbarkeit. Das macht sie nicht freiwillig. Sie reagiert daher zunächst irritiert (mit Muskelkater, Ödemen, Druckschmerz etc.). Wenn Training die Zelle zwingt, ihren Stoffwechsel zu optimieren, sind an der Energiebereitstellung weitere Organe beteiligt, die sich ebenfalls anpassen müssen.

Der Artikel über die Energieversorgung der muskulären Systeme macht darauf aufmerksam, dass ein Marathonlauf nicht ein lediglich verlängerter Ausdauerlauf ist, sondern eine besondere Herausforderung an die Stoffwechselsituation stellt. Während des Laufs verändert sich die Stoffwechselsituation zum Nachteil der Leistungsfähigkeit. Ohne Training marathonspezifischer Stoffwechselanforderungen ist ein starker Leistungseinbruch im Wettkampf unvermeidbar. Der ab ca. 3/4 der Strecke gefürchtete 'Mann mit dem Hammer' ist jedoch kein unvermeidbares Schicksal von Marathonläufern, sondern lediglich eine Auswirkung unzureichender Vorbereitung. Mit guter Vorbereitung wird ein Marathonlauf zu einem Festtag ohne Schrecken.

Mittwoch, 1. Februar 2012

(5) Welches Körpergewicht ist (un-)gesund? Der Nebel lichtet sich, das Adipositas-Paradoxon ist enttarnt! (Update 22.07.2016)

Die Beschäftigung mit Fragen des Körpergewichts macht schnell deutlich, dass diese Thematik komplex ist und in ihrer Reichweite über rein sportliche Aspekte hinaus auf das Themenfeld gesundheitlicher Fragen verweist. Hierbei hat das Körpergewicht als nackte Zahl zunächst keine Aussagekraft. Erst in Beziehung zu anderen Variablen lässt sich das Körpergewicht als Indikator in gesundheitlichen und sportlichen Zusammenhängen bewerten.

Um Vergleichbarkeit zu ermöglichen, wird wegen seiner einfachen Praktikabilität häufig der „BMI“ als eine Maßeinheit verwendet, die eine Aussage über das Körpergewicht im Verhältnis zur Größe trifft. Im Hinblick auf die Frage, welches Körpergewicht sowohl unter gesundheitlichen als auch unter sportlichen Aspekten als gesund oder als optimal gelten kann, beziehen sich Aussagen ebenfalls häufig auf den Wert des „BMI“.

Allerdings sollte nicht übersehen werden, dass die Aussagen des „BMI“ keine absolute Gültigkeit beanspruchen können. Der „BMI“ muss nämlich in Abhängigkeit weiterer Einflussfaktoren interpretiert werden, um aussagekräftig zu sein. Es kann jedoch als gesichert gelten, dass für einen Marathonläufer in der Altersklasse „Hauptklasse männlich“ bei einem normalen Körperbau ein „BMI“ mit dem Wert „20“ unter gesundheitlichen und unter sportlichen Aspekten als optimal zu bewerten ist. Daran schließt sich die Frage an, ob ein BMI von 20 prinzipiell als optimal zu werten ist. Nach dem (mittlerweile nicht mehr aktuellen!) Stand des Wissens scheint das nicht der Fall zu sein!

Anmerkungen vom 22.07.2016 aus aktuellem Anlass

Eine am 13. Juli 2016 im medizin-wissenschaftlichen Portal The Lancet veröffentlichte Meta-Studie mit dem Titel The Global BMI Mortality Collaboration zwingt zu einer völligen Neubewertung des Zusammenhangs von Übergewicht und Lebenserwartung. Ein Team von 500 Forschern aus 300 Instituten wertete in einer Meta-Analyse Patientendaten von 10,6 Millionen Menschen in 239 Studien aus 32 Ländern aus und rückt den fraglichen Sachverhalt mit hoher Relevanz in neues Licht (FAZ vom 24.07.2016: Leben Dicke wirklich länger?):
  • Die aktuelle Meta-Analyse widerlegt die These, dass sich einige Pfunde zu viel nicht auf die Lebensdauer auswirkten und belegt, dass Übergewicht oder Fettleibigkeit das Risiko eines vorzeitigen Tods erhöht. Für Menschen mit mäßigem Übergewicht verkürzt sich die Lebenserwartung um ein Jahr. Stark übergewichtige, adipöse Menschen verlieren statistisch zehn Jahre.
  • Das vermeintliche Adipositas-Paradoxons, gemäß dem epidemiologisch nachweisbar sei, dass Dicke eine höhere Lebenserwartung haben als Normalgewichte (Von wegen ungesund - Dicke leben länger), beruht auf Design- und Interpretationsfehlern vorausgegangener epidemiologischer Studien, bestätigt aus das Deutsche Ärzteblatt in einer Meldung vom 14.07.2016: Studie widerlegt Adiposi­tas-Paradoxon
  • Ob die Frage des Zusammenhangs von Übergewicht und Lebenserwartung abschließend beantwortet ist, muss sich noch erweisen.
Aktuelle Erkenntnisse machen eine Überprüfung und ggf. Überarbeitung der nachfolgenden Inhalte dieses Artikel erforderlich. 

Sonntag, 2. Oktober 2011

Loch Ness Marathon 2011 - "Last Order Please!" beim erfolgreichen Finish des 99. Marathons (Update 22.11.2020)

Zieleinlauf Karlheinz LNAB0712-cp.jpg Im Ziel
 
Im Jahr 2006 sind Gisela und ich erstmals beim Loch Ness Marathon angetreten und konnten unter schwierigen Bedingungen mit einer indiskutablen Endzeit von 5:26 Std. finishen. Immerhin hat uns die Route dieses Landschaftslaufs so sehr begeistert, dass wir uns vor dem Ende unserer aktiven Marathonkarriere beim Loch Ness Marathon 2011 rehabilitieren möchten. Aufgrund verschiedener Problem ist jedoch in der Vorbereitung kein reguläres Training möglich. Nach einer Knie-OP darf Gisela über mehrere Wochen das betroffene Bein nur mit Gehstützen belasten. Unsere Schottlandreise fällt nicht aus, aber Running ist ausgeschlossen. Kurz entschlossen übernimmt Elisabeth Giselas Startberechtigung und folgt uns für ein verlängertes Wochenende nach Schottland. Elisabeth und ich gehen mit schwachem Optimusmus an den Start. Wir glauben an unsere Chance zu finishen, mehr aber auch nicht. Regen am Morgen stimmt nicht euphorisch. Am Ende des Tages übertreffen unsere Rennverläufe und Endzeiten von 4:43:23 Std. / 4:56:49 Std. unsere Erwartungen bei weitem. Wir sind sehr glücklich und werden heute noch gebührend feiern.  

Dienstag, 28. Juni 2011

Helmut läuft nicht mehr!


Das Kostbarste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. 
(Nikolai Alexejewitsch Ostrowski: "Wie der Stahl gehärtet wurde")

Obwohl Helmut gerne länger geblieben wäre und wir ihn gerne bei uns gewusst hätten, müssen wir nur 4 Tage nach Helmuts 76. Geburtstag am 28.06.2011 das Ende des Kampfes gegen den Tumor akzeptieren. Gegenüber einem im besten Sinne „feinen Menschen“ zeigt sich zuletzt selbst der Tod gnädig und lässt Helmut gegen 18:00 Uhr im engsten Familienkreis zu Hause sanft entschlafen. 







Sonntag, 25. Juli 2010

San Francisco Marathon - USA 2010

Unser reduzierter Zustand verunsichert uns zwar, aber nach 4 Jahren Marathonabstinenz sind wir gewillt, veremintlich einen bescheidenen neuen Anfang zu markieren. Dass dieser Marathon unser letzter gemeinam gelaufener Marathon ist (dem wir 2 Walking-Marathons hinzufgen), ahnen wir nicht, als wir um 6:15 Uhr starten und das Ziel nach 5:01 Std. erreichen. Auf die Zeit können wir nicht stolz sein und erwähnen sie daher aus Gründen der Ehrlichkeit. Die Zeit entspricht dem, was wir trainiert haben und was wir auf dieser Strecke unter den gegebenen Umständen leisten können. Immerhin laufen wir die beiden Hälften in nahezu der gleichen Zeit, obwohl die 2. Hälfte anspruchsvoller ist. Auch mit dieser Zeit freuen wir uns, das Ziel erreicht zu haben und ein wenig Stolz ist auch dabei.
Bei insgesamt 5.942 Finshern laufen wir als 4458./4459. ein, d.h. wir lassen ca. 25 % der Finisher hinter uns und platzieren uns im hinteren Mittelfeld. Gisela erzielt in ihrer Altersklasse immerhin Platz 7 von 20.

Montag, 5. Februar 2007

Ist Laufen schädlich? Anmerkungen zur Marathonstudie (letztes Update: 05.05.2013)

Teilnehmer und Projektleiter der Marathonstudie vor dem Düsseldorf-Marathon 2006
Koronare Ereignisse zählen noch immer zu den größten Risiken in einem fortgeschrittenen Alter. Um Risikofaktoren früher zu erkennen und die Prognosefähigkeit koronarer Ereignisse zu verbessern, führt das Universitätsklinikum Essen seit dem Jahr 2000 die "Heinz Nixdorf RECALL-Studie" durch. Um den Einfluss von Ausdauersport auf die koronare Situation bewerten zu können, sollen zusätzlich Daten von Marathonläufern erhoben und mit den Daten einer vergleichbaren Gruppe der Durchschnittsbevölkerung abgeglichen werden.

Probanden der im Jahr 2005/6 durchgeführten „Marathonstudie“ sind langjährige männliche Marathonläufern der Altersgruppe ab 50 Jahren, die in mehreren Durchgängen von einem äußerst engagierten Team absolut gründlich und mehrfach untersucht werden. Die Probanden verpflichten sich zur Teilnahme am Düsseldorf-Marathon 2006, damit die Belastung der Wettkampfsituation in die Untersuchung einbezogen werden kann. 

Das Datenmaterial der Untersuchung wirft viele Fragen auf. Erste Ergebnisse sind nicht nur überraschend, sondern auch erklärungsbedürftig. Obwohl belastbare Antworten fehlen, formulieren etliche Medien schon bald nach den ersten Veröffentlichungen vermeintliche Erkenntnisse, gemäß denen intensiv betriebener Laufsport koronare Herzschäden provoziert. Nicht-Läufer vermuteten oder wussten schon lange, dass intensives Laufen nicht gesund sein kann. Das sagt ihnen bereits ihr 'gesunder Menschenverstand', ohne dass bislang wissenschaftliche Beweise vorlagen. Die Marathonstudie scheint nun die Beweislage zu liefern.

Samstag, 15. April 2006

Two Oceans Marathon 2006 - Große Erfolge, kleine Zeiten

Gisela ist 5x in Folge erfolgreich die Ultrastrecke gelaufen und genießt 2006 die Ehre, auf der Ausschreibung und auf dem offiziellen Veranstaltungsposter in dem Foto einer Läufergruppe am Chapman's Peak abgebildet zu sein.
Für mich lag in den Jahren 2004 und 2005 die Ultrastrecke über 56 km außerhalb meines Leistungsbereichs. Nach  unfallbedingter Knieoperation im Jahr 2003 toleriert das betroffene Knie keine höheren Belastungen. Das Ignorieren von Belastungsgrenzen ist regelmäßig mit dem Preis von Rückschritten zu zahlen, weshalb ich mich mit der Halbmarathondistanz zufrieden geben muss. Im Jahr 2005 konnte ich immerhin 3x die Marathondistanz mit bescheidenen Zeiten bewältigen und habe die Chance erkannt 2006 endlich wieder am Two Oceans Marathon teilzunehmen und meine persönliche Premiere auf der Route über den Chapman's Peak  nachzuholen. Lange Laufeinheiten waren im Training nur eingeschränkt möglich, weshalb ich einen hohen Anteil des Ausdauertrainings auf dem Fahrradergometer absolviert habe. Das Laufen lässt sich damit nur unvollständig und ungefähr im Verhältnis 3:1 ersetzen. Nach den 45,7 km im Februar 2006 in Zolder und den 47,7 km Anfang April in Stein sollte es möglich sein, Mitte April 2006 über 56km unter 7 Stunden zu bleiben.


Sonntag, 9. Oktober 2005

Chicago Marathon 2005 - memento moriendum esse

Bereits 2001 haben wir erkannt, dass sich der Chicago Marathon ideal mit einem Urlaub im Indian Summer kombinieren lässt. Für uns gilt jedoch die Einschränkung, dass der Marathontermin in den Herbstferien liegen muss. Im Jahr 2005 war es dann endlich so weit. Unsere Freunde H+W haben wir für diese Idee begeistern können. Unser in gemeinsamer Planung entstandes Urlaubsprogramm sieht in der Woche vor dem Marathon Traverse City am Lake Michigan als Standort vor. Von dort wollen wir vor allem Old Mission Peninsula auf der östlichen Seite des Lake Michigan erkunden. Nach dem Marathon ist die Door Peninsula auf der westlichen Seite des Lake Michigan unser Ziel. In Chicago buchen wir wieder das Hotel Hilton Towers am Grant Park, das sich bereits im jahr 2001 als idealer Standort bewährt hat. Als Juppy von unserem Vorhaben erfährt, ist gleich klar, dass er in Chicago dabei sein möchte. Für die Reise wird er sich wieder einer Gruppe anschließen.