Sonntag, 2. Oktober 2011

Loch Ness Marathon 2011 - Erfolgreiches Finish des 99. Marathons

2 erfolgreiche Finisher des Loch Ness Marathons 2011
Die individuellen Vorbedingungen dieses Laufs sind von verschiedenen Problemen geprägt und darum nicht erfolgversprechend. Besonders hat es Gisela getroffen nach ihrer Knie-OP. Sie übernimmt zwangsläufig die schlechteste aller Rollen, nämlich die eines Zuschauers.
Elisabeth und ich treten mit schwachem Optimusmus an. Wir glauben an unsere Chance zu finishen, mehr aber auch nicht. Der Regen am Morgen stimmt nicht euphorischer. Der Rennverlauf und unsere Endzeiten von 4:43:23 Std. und 4:56:49 Std. übersteigen am Ende der Tages unsere Erwartungen bei weitem. Wir sind sehr glücklich und werden heute noch gebührend feiern. Morgen tritt Elisabeth die Rückreise nach Köln an.






Um 7:45 Uhr werden ca. 3.700 Starter (unbestätigt) vom Sammelpunkt in Inverness mit Bussen bis Whitebridge auf der Westseite des Loch Ness transportiert. Die Busfahrt auf einspuriger Straße kostet Zeit, so dass wir erst kurz vor der Startzeit eintreffen. Eine Dudelsack-Kapelle und leichter Regen begrüßen uns. Wir haben bereits unser Gepäck abgegeben, als wir erfahren, dass sich der Start um 12 Minuten verzögert, weil viele Runner noch an der Toilette anstehen. Inzwischen nimmt auch der Regen zu.

Da Elisabeth und ich unsere aktuelle Leistungsfähigkeit nicht einschätzen können, entscheiden wir uns dafür, nicht zusammen zu laufen. Jeder hat mit sich bereits genug zu tun, weshalb gegenseitige Rücksichtnahme nur ein zusätzliches Handicap wäre. Kurz nach dem Start klatscht der Regen herunter und vermischt sich mit einigen Hagelkörnern. Etwas mehr Rücksicht hätten wir uns schon vom Wetter gewünscht.

Auf den ersten Meilen geht es überwiegend bergab. Kleinere Gegenanstiege sind noch harmlos. Nach 5 Meilen laufen wir gegen eine steile Rampe. Während viele Läufer diese Rampe gehend nehmen, bleibe ich im Laufschritt. Meine Durchgangszeiten liegen jetzt etwa bei 11 Min./Meile, was etwa einem Schnitt von 7 Min./km entspricht und bei gleichbleibendem Tempo für eine Endzeit unter 5 Stunden reichen würde. Allerdings liegen noch 80 % der Strecke vor mir und dort erwartet mich das Abenteuer, da mir aus vielen Gründen das Fundament der langen Läufe fehlt. In den letzten 6 Wochen konnte ich lediglich jeweils einen Lauf über 32 km und 25 km realisieren. Noch stärker beschäftigt mich die Frage, ob mein linkes Knie durchhalten wird.

Zieleinlauf Elisabeth (vorne links) in 4:43 Std.
Zieleinlauf Karlheinz (vorne rechts) in 4:56 Std.
































Am Ende des Tages können wir beide den Marathon finishen. Bis zum Zieleinlauf hat sich wieder Sonnenschein eingestellt. Gisela erwartet uns am Zielkanal. Sie ruft mich, und ich kann sie ausmachen. Heute ist das Leben schön! Nach kurzer Suche finden wir uns im vermatschten Zielraum und freuen uns gemeinsam über diesen glücklichen Tag.

Unmittelbar am River Ness liegt das Restaurant Riva, in dem wir unseren Erfolg nachfeiern und zugleich den letzten gemeinsamen Abend miteinander verbringen. Michelle vom Lynver Guest House hat uns dieses Restaurant empfohlen. Eigentlich wollten wir für den letzten Abend im The Mustard Seed reservieren, hätten dort aber erst für 21:00 Uhr einen Tisch bekommen. Mit dem Riva hat Michelle eine gute Alternative empfohlen.















Beim Verlassen des Restaurants Riva sind die Skyline der Stadt und die Brücke über den River Ness ebenso wie unsere Stimmung festlich erleuchtet. Elisabeth tritt morgen die Rückreise nach Deutschland an. Wir werden zusammen mit unseren australischen Freunden noch 4 weitere Tage in Schottland verbringen. Angie und Richard sind bereits seit einigen Tagen unterwegs und inzwischen in Amsterdam angekommen. Morgen früh werden sie in Edinburgh erwartet.

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