Samstag, 15. Mai 1999

Ultra Europacup 1998/99 - Rennsteiglauf, 76 km Kult im Thüringer Wald

Im Zieleinlauf nach 76 km und 7:16:57 Stunden
Der Rennsteig ist ein wunderschöner Höhenwanderweg des Thüringer Waldes. Als Ultra-Trail ist der Rennsteig jedoch ein Hammer. Die von Einheimischen als "langer Kanten" bezeichnete Strecke fordert Respekt. Immerhin sind ca. 1.500 m im Anstieg und ca. 1.000 m im Abstieg zu bewältigen. Nur solide Vorbereitung in Verbindung mit guter Taktik führen hier zum Erfolg, der jedoch keine Garantien kennt.
Derartige Hammerstrecken provozieren Mythenbildung und haben Legendenpotential. Bereits zu DDR-Zeiten ranken sich um den Rennsteiglauf zahllose Läufergeschichten und Läufermythen. Der Rennsteiglauf wird bald zur Kultveranstaltung. Nach der Wende überlebt dieses Denkmal der Laufgeschichte und etabliert sich als einer der größten und bedeutendsten Landschaftsläufe in Europa. Trotz Kultstatus müssen die Teilnehmer alljährlich mehr oder weniger organisatorisches Chaos erdulden. Obwohl verzichtbar, hat dieses nicht-perfektionistisch Handgemachte der Veranstaltung seinen eigenen Charme und ist Bestandteil des Kults.

Nach guter Vorbereitung trete ich optimistisch an und möchte im letzten Wertungslauf der Ultra Europacupserie 1998/99 meine Position in der Gesamtwertung verbessern. Ich gebe alles, erleide eine große Krise und komme am Ende des Tages dem erträumten Erfolg nahe. Die Endzeit von 7:16:57 Std. ist für 76 km auf dieser Strecke nicht zu verachten und bedeutet ein Durchschnittstempo von 5:45 min/km. Damit sichere ich mir Platz 175 von 933 Finishern. In der Gesamtwertung der Europacup-Wertung verbessere ich mich um einige Plätze auf den Rang 33 von 132.

Meine ersten Erfahrungen auf Ultradistanzen gehen auf Teilnahmem am Rennsteiglauf in den Jahren 1994 und 1996 zurück. Aber inzwischen ist die Strecke um fast 10 km länger geworden und hat um etliche Höhenmeter zugelegt, weil der Lauf nicht mehr bei der Wartburg an der "Hohen Sonne" gestartet wird, sondern auf dem Marktplatz in Eisenach.

Die Teilnahme am Lauf erfordert regelmäßig auch eine Bewältigung logistischer Probleme, weil Start und Ziel mehr als eine Autostunde entfernt liegen. Wir bevorzugen eine Unterkunft in der Nähe des Ziels. Für den Start um 6:00 Uhr bedeutet das eine kurze Nacht. Erfreulicherweise servieren familiäre Beherbungsbetriebe  Teilnehmern am Rennsteiglauf mitten in der Nacht ein Frühstück wie eine Selbstverständlichkeit. Diesen übraus freundlichen und für uns keineswegs selbstverständlichen Service wissen wir zu schätzen. Kurz vor 4:00 Uhr breche ich in tiefer Dunkelheit nach Eisenach auf.


Dieser Streckenplan des Jahres 2011 stimmt nicht exakt mit der Strecke von 1999 ein, die eine Länge von 76 km hatte

 

1. Etappe: Von Eisenach, 210 m NN, zum "Großen Inselsberg", 916,5 m NN


Leicht frierend warten in der Morgenkühle etwas mehr als 1.000 Teilnehmer auf dem Marktplatz von Eisenach auf den Start. Nach den Begrüßungsworten der Landesregierung fällt um 6:00 Uhr der Startschuss. Zunächst laufen wir durch die Fußgängerzone, in der sich zu dieser Tageszeit nur Begleiter und Medienverteter aufhalten. Nach ca. 1,5 km erreichen wir den Ortsrand und damit den ersten von etlichen langen Anstiegen im Thüringer Wald. Auf dem ersten Drittel der Strecke laufen wir 25,5 km bis auf den "Großen Inselsberg", der mit der Höhe von 916,5 m NN den ersten Höhepunkt markiert. Spätesten hier wird Teilenhmern klar, was sie von diesem Tag erwarten dürfen.

Für Getränke, die nach 7 km angeboten werden, habe ich eigentlich keinen Bedarf, aber da Verpflegungspunkte relativ weit auseinanderliegen, nehme ich einen Becher Wasser. Nach 7,4 km erreichen wir den Rennsteig, auf dem wir jetzt bis kurz vor dem Ziel in Schmiedefeld bleiben. Nach ca. 13 km folgt die zweite Getränkestelle. Auf der Etappe zum Großen Inselsberg ist hier ungefähr Halbzeit. Eine Höhe von 570 m NN ist bereits erreicht, d.h. ein Anstieg von 360 m liegt hinter uns. Bis zum Gipfel des Großen Inselsberges liegen noch 346,5 m Höhendifferenz vor uns, was aber lediglich die Nettodifferenz ist. Da wir auch immer wieder Höhe verlieren, dürfte die Anstiegsleistung auf der 2. Halbetappe oberhalb von 400 m liegen.

Bisher geht es mir gut. Im Unterschied zu etlichen anderen Teilnehmern kann ich jeden Anstieg im Laufschritt nehmen, ohne im roten Bereich zu laufen. Auf einer solchen Strecke mit diesem Profil fällt die Tempokontrolle ausgesprochen schwer, zumal die km-Marken traditionell sehr unzuverlässig sind und eher Schätzungen zu sein scheinen. Hier kann man sich nur auf Erfahrung und Gefühl stützen, aber diese Stützen sind leider auch nicht immer verlässlich. Ich bin recht flott unterwegs. Trotzdem kommt mir mein Lauftempo relativ komfortabel vor. So habe ich mir das vorgestellt.

Am "Glöckner" sind wir fast auf der Höhe von 700 m NN, aber es geht jetzt wieder bergab zur "Glasbachwiese", wo nach 18 km eine Verpflegungsstelle eingerichtet ist. Vor den schweren Rampen, die jetzt auf uns warten, möchte ich mich nicht belasten und nehmen nur Getränke auf. Nach 20,6 km sind wir am "Dreiherrenstein" auf 740 m NN und kurz darauf auf dem "Großen Weißberg",  747 m NN. Wir verlieren wieder einige Höhenmeter, ehe uns der letzte große Anstieg dieser Etappe über 3 km eingehend prüft.

Auf dem Anstieg zum "Oberen Beerberg" (km 23,8 / 841 m NN) gehöre ich zu den wenigen Nicht-Wanderern. Inzwischen hat sich das Wetter verschlechtert. Wir haben die Wolkengrenze erreicht und tauchen in dichten Nebel ein. Nach dem Anstieg zum "Oberen Beerberg" gönnt der nachfolgende kurze Abschnitt vor dem Schlußanstieg eine Verschnaufpause. Es wird noch einmal steil. Dann ist die Marke 25 km erreicht. 2:15 Std. bin ich unterwegs. Das ist verdammt schnell, wie auch zwei Läufer in meiner Nähe feststellen. "Es könnte eine Endzeit unter 7 Stunden werden", äußert einer von ihnen. In der Tat, das wäre eine riesige Nummer. Ein Traum ginge in Erfüllung. Aber 2/3 der Strecke liegen noch vor uns, auf denen viel passieren kann und nicht das Wünschen, sondern nur das Laufen hilft. Inzwischen setzt Schneefall ein, aber es wird auch flacher. Wir müssen bereits auf dem Gipfelplateau sein, das in dichte Wolken eingehüllt ist. Schemenhaft zeichnen sich im Nebel Sendetürme ab. Keine Sicht, schlechtes Wetter, nichts wie wieder weg. 50 km to go!

2. Etappe: Vom "Großen Inselsberg" bis Oberhof


Das extrem steile Gefälle zur "Grenzwiese" auf 723 m über NN kann auf dem rutschigen Untergrund schnell zu einem Absturz werden. Das möchte ich nicht riskieren. Ich laufe vorsichtig und halte mich dabei am Geländer fest. 1,3 km weiter und fast 200 m tiefer erreiche ich die Verpflegungsstelle, an der ich mir eine kurze Pause gönne.

Die nächsten 15 km sind relativ moderat. Das Gelände bleibt zwar immer profiliert, aber Bergprüfungen liegen eher im 3. Grad. Auf diesem Abschnitt lässt sich der Rennsteig genießen, zumal jetzt auch das Wetter besser wird. Nach ca. 34 km stoßen beim "Possenröder Kreuz" Wanderer auf die Strecke, die im Rahmen der Rennsteigläufe 35 km vom Schnepfenthal nach Oberhof wandern. Eine eindeutige Vorfahrtsregelung scheint es an den Engstellen nicht zu geben oder unbekannt zu sein. Viele Wanderer machen bereitwillig Läufern Platz. Für etliche Wanderer scheint das jedoch keine akzeptable Option zu sein, was immer wieder kleinere Konflikte auslöst.

Von weitem höre ich bereits den Trompeter, der Läufer und Wanderer kurz vor der großen Verpflegungsstelle an "Ebertswiese" alljährlich mit seinen Signalen begrüßt. Vielleicht will er auch ankündigen, dass jetzt fast die Hälfte der Strecke geschafft ist. Die Verpflegungsstation ist besonders groß und hält ein opulentes Angebot vor, vom Zaubertrank "Schleim" (Haferschleim), über Brot, Pellkartoffeln, Obst, Riegel, Kekse bis zu Grillwürstchen. Die Würstchen dürften eher Wanderer goutieren. "Schleim" ist die Geheimwaffe der "Ossis", die ich heute nicht erproben möchte. Ich halte mich lieber an bewährter Versorgung. Eine altes Sweatshirt, das ich vorsorglich gegen die Morgenkälte über meinem Laufdress trage, brauche ich jetzt nicht mehr.

Die Pause hat gut getan und hilft über die nächsten bissigen Anstiege. Gleich nach der "Ebertswiese" erwartet uns eine der steilsten Rampen auf der Strecke, der Anstieg zum "Sperrhügel". Bei meinen beiden ersten Rennsteigläufen habe ich wie fast alle Läufer den Anstieg gehend genommen. Atmung und Puls senden heute keine Warnsignale, ich ziehe durch. Kommentare von Mitläufern fallen widersprüchlich aus. Einige schütteln irritiert den Kopf, andere raten mir, die Kräfte zu schonen, aber es gibt auch bewundernde Zustimmung. Für mich hat sich bewährt, solange im Laufschritt zu bleiben, wie ich nicht blau laufe und die Kräfte es erlauben. Heute verspüre ich viel Kraft. 

Nach der Rampe auf den "Sperrhügel" ist keine Erholung angesagt. Etwas weniger steil steigt die Strecke kontinuierlich bis auf 881 m über NN der "Schmalkalder Loibe". Irgendwo auf dem Anstieg überquere ich eine virtuelle Marathonmarke. Die Durchgangszeit liegt etwa bei 3:40 Std. Nicht schlecht, aber ich bin langsamer geworden. Es scheint mir nun vernünftiger zu sein, von der Vision einer Endzeit unter 7 Stunden Abschied zu nehmen. Inzwischen ist mir dieser Traum auch gar nicht mehr allzu wichtig. Ich bin zurück in der Realität. Priorität gewinnt jetzt das Ziel, gut über die Strecke zu kommen und nicht wieder Einbrüche wie 1994 und 1996 zu erleben. Nach etwa 44 km bin ich auf dem höchsten Punkt dieses Abschnittes. Ein Stück weiter liegt die Verpflegungsstation, die ich jetzt dringend brauche. 31 km to go!

Die Strecke wird bis Oberhof ewas leichter und erlaubt nun eine ruhigere Fahrt. Immerhin liegen noch ca. 30 km im profilierten Gelände vor uns. Wem es nicht gelingt, seine Körner richtig einzuteilen, dem ist eine gnadenlose Bestrafung sicher. Ich weiß, wovon ich spreche. Bei meinen vorhergehenden Rennsteigläufen bin ich zwar nicht untergegangen, aber ich stand kurz davor und durfte erst nach einer längeren Zeitstrafe wieder mitspielen. Das möchte ich heute nicht erleben. Ich vermeide jede unnötige Anstrengung und rolle bis zum "Grenzadler" bei Oberhof. Die Wegmarke des "Grenzadlers" markierte einst die Grenze zwischen Preußen und Kurhessen. Heute befindet sich hier das Biathlonstadion und in seiner unmittelbaren Nähe die größte aller Verpflegungsstellen. Hier findet eine Zwischenzeitnahme statt, an der ich mit Wertung aussteigen könnte, für mich keine relevante Option.

58 km sind erreicht, für die ich 5:18:23 Std. benötigt habe. Rechnerisch entspricht das einem Durchschnittstempo von ca. 5:30 min/km. "Durchschnitt" gibt es auf dieser Strecke nicht. Es geht nur auf oder ab. Obwohl sich Aufstieg und Abstieg etwa im Verhältnis 3:2 verteilen, geht es gefühlt bis auf wenige Ausnahmen immer bergauf. Ein anderes Gefühl, das sich nun immer stärker ausbreitet, ist mit "Müdigkeit" nur halb zutreffend umschrieben. Es ist das Gefühl eines fortgeschrittenen Kraftverbrauchs, das sich mit Zweifeln am noch vorhandenen Energievorrat verbindet. Ich brauche eine ausgiebige Pause. 18 km to go!

3. Etappe: Von Oberhof bis zum Ziel in Schmeidefeld


Da diese Etappe nicht allzu hart ist, berechne ich das theoretisch zu laufende Tempo, um unter 7 Stunden zu bleiben. Bei 5:30 min/km bräuchte ich für 18 km 99 Minuten. Das würde gerade reichen. Diese Chance halte ich zwar nicht für sehr wahrscheinlich, aber für möglich. Die Größe der Chance ist nicht berechenbar. Ich will es zumindest versuchen. Das Anlaufen fällt nach der Unterbrechung schwer. Kaum habe ich Fahrt aufgenommen, liegt der nächste Hügel mit dem "Hessenstein" im Weg. Der Anstieg ist kurz und giftig. Dann geht es gleich ähnlich giftig bergab in Richtung Rondell. Der Quadrizeps der Oberschenkelmuskulatur funkt "SOS". O.k., verstanden, ich muss bergab vorsichtiger laufen. Das ist gar nicht so einfach, denn der Quadrizeps bleibt auch jetzt gefordert.

Am Rondell lasse ich mir während des Laufens ein Getränk anreichen. Nach Überquerung der Straße an dem Obelisken folgt der nächste Anstieg auf die "Brandleite", 875 m über NN. Hier mußte ich in den Vorjahren schwere Einbrüche hinnehmen. Der gar nicht so bissige Anstieg fällt mir auch heute schwer. Die 7-Stundengrenze schlage ich mir endgültig aus dem Kopf und lasse es ruhig angehen, denn der höchste Streckenpunkt am "Großen Beerberg" liegt noch vor mir.

Ab der "Brandleite" verliert der Kurs wieder einige Höhenmeter bis zur "Sommerweise", ab der ein weiterer Anstieg zur "Suhler Ausspanne", 922 m über NN, führt. Nach dem Getränkestand auf der Höhe weist das Profil fast 40 m bergab. Das tut jetzt weh, aber ich laufe noch immer, wenn auch nur noch im Schleichschritt. Den anderen Läufern in meiner Nähe geht es nicht besser. Einigen geht es auch deutlich schlechter. Von 886 m über NN folgt jetzt der letzte große Anstieg über ca. 1 km bis "Plänckners Aussicht", 973 m über NN, unterhalb des Gipfels des "Großen Beerbergs", 982 m über NN. Der Anstieg ist nicht hart, aber er fällt mir extrem schwer und kommt mir endlos lang vor. Den sandigen Weg in dieser unspektakulären Heidelandschaft empfinde ich jetzt als Schikane, auf die ich gerne verzichten würde. Dann bin ich endlich oben. Auf der Reststrecke bis zum Ziel in Schmiedefeld liegt neben einigen Wellen nur noch ein richtiger Anstieg, übewiegend geht es jedoch bergab. Allerdings kann mit der überstrapazierten Muskulatur auch Gefälle schmerzhaft sein. 10 km to go!

Nach dem Abstieg vom "Großen Beerberg" führt die Route über den "Rosenkopf", 933 m über NN, auf dessen Rückseite sich mit der Schmücke die höchste Siedlung am Rennsteig befindet. Auf dem unangenehmen Schotterweg bis zur Schmücke höre ich mit meinem inneren Ohr, Füße und Beinmuskulatur aufschreien. Am Gasthaus Schmücke, 911 m über NN, befindet sich die letzte Verpflegungsstelle der Strecke. Ich brauche nur etwas Wasser, um meinen letzten Riegel Power Bar essen zu können. Jetzt geht es mit der Gewissheit weiter, dass keine weiteren Berge im Weg stehen. 

Vom Parkplatz am "Mordfleck" laufen wir auf der gut einsehbaren Straße ca. 2 km bis zur "Alten Tränke". Vor mir sind einige Läufer einzeln oder in kleinen Gruppen auf der Straße unterwegs. Die meisten von ihnen wechseln zwischen Laufen und Gehen und zeigen sich vor allem an den kleinen Wellen der Straße kraftlos. Das spornt mich an, zumal es mir inzwischen wieder deutlich besser geht als auf dem Abschnitt hinter Oberhof. Einen nach dem anderen nehme ich mir vor. Tatsächlich gelingt es mir, sie nacheinander einzusammeln. Einige Überholte wirken verwundert, Gegenwehr zeigt keiner von ihnen. Das Spiel gefällt mir. Es baut mich auf!

Kurz vor der "Alten Tränke" verlässt der Kurs den Rennsteig und biegt nach rechts ab in Richtung Schmiedefeld. Beim Parkplatz "Kreuzweg" befindet sich der als "Bierfleck" bezeichnete letzte Getränkestand. Traditionell wird hier nämlich neben üblichen Läufergetränken auch Köstritzer Schwarzbier angeboten. Nichts gegen ein Bier, aber bitte erst, wenn ich im Ziel bin, und das kommt erst in ca. 5 km.

Auf den letzten 4,5 km geht es von 816 m über NN nach Schmiedefeld auf 711 m über NN. Einige unverbrauchte Körner melden sich. Sie wollen bis Schmiedefeld verbrannt sein. Ich lege noch einmal einen großen Gang ein und beschleunige bis zum Anschlag. An einigen Läufern fliege ich vorbei. Andere wollen dagegen halten, was mich nur noch mehr anspornt. Sie müssen die Segel streichen. Die Beinmuskeln schreien bereits, als ca. 1 km vor dem Ziel die Kleingartenanlage von Schmiedefeld erreicht ist. Jetzt befinden sich auch Zuschauer an der Strecke, die mir applaudieren, die noch zu laufende Restdistanz und meine Platzierung zurufen.
Aus dem Zielraum höre ich bereits Ansagen, dann ist der Sportplatz erreicht. Ich biege nach rechts auf das Gelände ab. 100 m weiter kommt die Linkskurve, hinter der die Zielgerade liegt. Die letzten 200 m auf der Zielgeraden laufe ich maximal. Unmittelbar am Ziel steht Gisela mit dem Fotoapparat. Sie und Helmut sind heute den Marathon gelaufen und wahrscheinlich vor ca. 2 Stunden im Ziel gewesen. Dann bin auch ich im Ziel. Gisela umarmt mich. Es kommt mir so vor, als wenn sie stolz auf mich wäre. Vielleicht ist sie auch nur erleichtert. Heide und Helmut stehen zwischen den Zuschauern am Zielkanal. Sie winken und strahlen. Da kann die Sonne nicht zurückstehen und strahlt uns gemeinsam an. Nach kurzem Verschnaufen gehen wir in das Festzelt, wo es nun auch das verdiente Bier gibt. Selbstverständlich ist es ein Köstritzer Schwarzbier.

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