Samstag, 19. Mai 2001

Rennsteiglauf 2001 - Pas de deux über 75 km auf dem "langen Kanten"

Nach dem Erfolg beim Lauf über die 6 Stunden von Stein, NL, und unserer guten Premiere beim Two Oceans Marathon über 56 km lässt sich Gisela erstmals auf den "lanken Kanten" des Rennsteiglaufs ein. Den Lauf über 75 km mit mehr als 2.400 m Höhendifferenz wollen wir gemeinsam gestalten, so dass Gisela von den Erfahrungen meiner 3 früheren Teilnahmen profitiert und ich die Gewähr eines ruhigeren Tempos habe. 4 Wochen später wollen wir nämlich gemeinsam zum Down-Run des Comrades in Südafrika antreten, für den der Rennsteig bei ausreichender Substanz eine optimale Vorbereitung ist, wenn es gelingt, das Tempo angemessen zu kontrollieren.

Das Zielfoto nach 8:06:02 Std. deutet an, dass wir uns auf dieser schweren Strecke gut geschlagen haben. Am Ende wird Gisela zu ihrer eigenen Überraschung 2. ihrer Altersklasse. Chapeau! Wir erfahren jedoch erst im Nachhinein von der Platzierung. Biggi Linnartz aus Aachen ist so nett, die Medaille für Gisela in Empfang zu nehmen, um  sie Gisela später zu übergeben. Danke Biggi! 





Für Mitte Mai ist es sehr kühl. Zum Start in Eisenach treten wir mit Mütze, Handschuhen und einem zusätzlichen Sweatshirt an. Den langen Anstieg bis auf den "Großen Inselsberg" nehmen wir betont defensiv und bewegen uns eher im hinteren Teil des Feldes. Wie versprochen, kündigt ein Trompeter den großen Verpflegungsstand an der "Ebertswiese" an. Hier ist ungefähr Halbzeit. Als wir den Verpflegungsstand erreichen, sehen wir gerade noch Iris Jaschky loslaufen, eine starke Läuferin aus Troisdorf. Wir gönnen uns eine ausgiebige Pause und legen nun auch das zusätzliche Sweatshirt ab.

Auf der zweiten Hälfte zeigt sich, dass wir offensichtlich klug gelaufen sind, denn wir arbeiten uns durch das Feld und lassen nach und nach immer mehr Läufer hinter uns, ohne dass wir selbst überholt würden. Inzwischen sind wir auch zu Iris aufgelaufen. Kampflos lässt sie uns nicht vorbei und bleibt dann noch lange in unserem Nacken. Am Ende solle sie aber doch insgesamt fast 3,5 Minuten einbüßen.

Nach Oberhof tritt wieder die große Krise ein, die zumindest ich bereits kenne und die mich darum nicht mehr überrascht. Den Anstieg zum "Großen Beerberg" nehmen wir gehend, um unsere Kräfte für den Schlußangriff zu schonen. Auch heute gelingt es wieder, ab der Schmücke das Tempo bis zum Ziel kontinuierlich zu steigern und noch etliche Läufer zu überholen. Beim Zieleinlauf fühlen wir uns schon wieder stark. Gisela belegt von 17 Frauen ihrer Altersklasse den 2. Platz und ist im Gesamtergebnis 21. von 101 Frauen. Mit meinem Platz 438 von 954 Männern kann ich weniger glänzen.

Im Zielraum halten wir uns nicht allzu lange auf und fahren bald zurück zu nach Stützerbach, wo wir in dem sehr angenehmen Haus "Waldfrieden" Quartier bezogen haben. Nach einer Bettruhe sind wir wieder frisch und lassen uns von der Küche des Hauses verwöhnen.

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